Eröffnungsrede zur Ausstellung von Ida und Lennard Ahrendt
Liebe Gäste,
liebe Familie, Freunde, Nachbarn,
und natürlich: liebe Ida, lieber Lennard
ich freue mich sehr, Sie alle heute hier begrüßen zu dürfen – zur Ausstellung von Ida und Lennard Ahrendt.
Heute feiern wir die Kunst einer jungen Seele – Ida Ahrendt, 14 Jahre alt.
Ihre Bilder erzählen von Experimentierfreude, vom Mut, Neues zu wagen,
vom Staunen über die feinen Fäden zwischen Natur und Kunst.
Ida malt nicht nur, sie erforscht.
Mit Farben wie mit Formeln sucht sie nach Ordnung im Chaos,
nach Mustern, die uns zeigen: Schönheit und Denken sind Geschwister.
In ihren Werken begegnen sich Mathematik und Magie, Wissenschaft und Gefühl.
Sie beweist, dass man die Welt spielerisch erobern kann –
mit Neugier, mit offenen Augen, mit Herz.
Wenn ich ihre Arbeiten sehe, spüre ich Hoffnung.
Denn in jungen Menschen wie Ida wächst die Zukunft – fragend, forschend.
Und wir feiern die Fotografien von Lennard Ahrendt, 12 Jahre alt, aus Volksdorf. Eine Ausstellung, die uns mitnimmt in seine ganz eigene Sicht auf seine Heimat – vertraut und doch neu, still und zugleich voller Leben.
Lennard zeigt uns Volksdorf, so wie er es sieht: mit einem aufmerksamen, feinen Blick für das, was andere oft übersehen.
Er fotografiert nicht ferne Orte, nicht Spektakel oder große Ereignisse – sondern das Naheliegende, das Gewöhnliche, das Alltägliche. Und gerade dadurch entstehenBilder, die etwas Besonderes haben: eine Ruhe, eine Spannung, eine Wahrheit.
Seine Fotografien zeigen Landschaft und Mopeds, eine ungewöhnliche, aber sehr eigene Verbindung. Das Technische und das Natürliche – das Menschengemachte und das Gewachsene – treten bei ihm in einen stillen Dialog.
Zwischen Feldweg und Motor, zwischen Abendhimmel und Metall entsteht eine Komposition, die immer wieder überrascht.
Ein zentrales Thema ist das Licht – besonders das weiche Licht der untergehenden Sonne. Dieses Licht formt die Welt sanft um, macht sie durchlässiger, nachdenklicher.
Lennard nutzt genau diesen Moment, in dem der Tag innehält, in dem Farben leiser,
Schatten länger und Gedanken tiefer werden.
Und all das fängt er ein – mit einem Smartphone.
Kein professionelles Equipment, keine aufwändige Technik – sondern das, was er bei sich hat, kombiniert mit einem feinen Gespür für das richtige Motiv, den richtigen Augenblick, die richtige Stimmung.
Das zeigt: Kunst beginnt nicht mit der Kamera, sondern mit dem Blick.
Lennard beweist eine beachtliche Beobachtungsgabe und ein sicheres Gespür für Komposition und Spannung. Seine Bilder sind nicht zufällig entstanden – sie sind gesehen, empfunden, gestaltet.
Sie zeigen, dass man schon mit 12 Jahren eine eigene, ernstzunehmende Sicht auf die Welt haben kann – wenn man den Mut hat, genau hinzuschauen.
Und zum Schluss möchte ich – in Lennards Sinn – noch etwas sagen, das mir besonders wichtig erscheint:
Bitte hängen Sie die Bilder Ihrer Kinder gut sichtbar auf!
Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde – zeigen Sie, dass das, was Ihre Kinder schaffen, Bedeutung hat.
Hängen Sie die Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Malereien an die Wand.
Lassen Sie sie sichtbar sein – für sich selbst, für andere, für den Alltag.
Denn nur, wenn ein Werk gesehen wird, kann es wirken.
Nur dann wird es geprüft, überdacht, neu gedacht – und daraus entsteht Entwicklung.
So entsteht Veränderung. So wächst Reife. So entsteht Kunst.
Lieber Lennard,
du zeigst uns heute, wie viel Tiefe in der unmittelbaren Umgebung steckt, wenn man mit offenen Augen und einem wachen Herzen schaut.
Deine Fotografien sind kleine Fenster in eine große Welt – deine Welt.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser wunderbaren Ausstellung.